Die Invaliditätsstudie 2024 der PK Rück war in drei Teile gegliedert: Im ersten Teil wurden die Prognosen der 1. IV-Studie und die Entwicklungen seit 2012 untersucht. Nach fünf Jahren und nach gut zehn Jahren wurde die Entwicklung der IV-Neurenten nachgezeichnet, mit Relevanz für die 2. Säule. Gleichzeitig lag im zweiten Teil der Invaliditätsstudie eine Prognose vom November 2024 für die kommenden fünf Jahre vor. Dabei wurden 606 Fachpersonen befragt, welche zusätzlich zur Prognose wertvolle Hintergrundinformationen zur Entwicklung der Invalidität lieferten. Im dritten Teil der Studie wurden die Arbeitsunfähigkeitsdaten der PK Rück analysiert. Diese geben Aufschluss über die Zusammenhänge zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidisierung. Zu diesen drei Aspekten gibt es nun ein kurzes Update, wo wir zwei Jahre später stehen.
Hintergrund und Zielsetzung des Invaliditätsmonitors
Naturgemäss interessiert sich die PK Rück für die Entwicklung der Invalidität in der Schweiz. Ausgangspunkt für die Prognose der Fachpersonen war die Zahl der IV-Neurenten im Jahr 2023 und die Entwicklungen seit 2012. Die zentrale Frage lautete: Wie wird sich diese Zahl in den nächsten fünf Jahren entwickeln? Nun sehen wir im ersten Invaliditätsmonitor, dass die tatsächliche Entwicklung die Prognosen bereits nach 2 von 5 Jahren übertrifft. War das bereits das gesamte Geschehen oder wird es viel anspruchsvoller, als es noch vor 2 Jahren prognostiziert wurde?
Wir wagen auch die prognostische Sicht auf die zukünftig zu erwartende Invaliditätsentwicklung entlang der Meldungen von Arbeitsunfähigkeit. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen der Experten hatten sowohl vor 2 Jahren Bedeutung und werden dies auch in Zukunft haben.
Wichtigste Erkenntnisse der jüngsten Entwicklungen
Bestätigt: In der Invaliditätsstudie 2024 wurde auf Basis der Daten bis 2023 ein Anstieg für die Jahre bis 2028 prognostiziert. Diese Vorhersage hat sich bestätigt: Die Zahl der Neurenten steigt an, aber bereits stärker und rascher als erwartet. Die Zahl neuer Invalidenrenten steigt in allen Bereichen. Zwar führen psychische Krankheiten die Statistik weiterhin an, doch andere Ursachen legen prozentual teils noch stärker zu.
Beeinflusst: Faktoren wie die Arbeitsunfähigkeitsdauer bis zum Zeitpunkt der Meldung, die Verfahrensdauer bis zur Entscheidung der IV-Stelle sowie die Einkommenssituation beeinflussen die Invalidisierungswahrscheinlichkeit erheblich. Die aktuell gemeldeten Arbeitsunfähigkeitsfälle als potenzielle Invaliditätsrisiken nehmen ebenfalls weiter zu.
Ergebnisse und Handlungsempfehlungen mit Relevanz für die 2. Säule
Die IV-Neurenten sind in Relation zum versicherten Bestand sowohl im Bereich der ersten Säule als auch im Bereich der zweiten Säule weiter stark angestiegen. Was die befragten Fachpersonen prognostizierten, zeigt sich bereits in der Realisierung. Die Indikatoren aus den Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, die bei der PK Rück bearbeitet werden, zeigen: Eine weitere Zunahme der IV-Neurenten in den kommenden fünf Jahren ist hoch wahrscheinlich.
Die im Rahmen der Invaliditätsstudie diskutierten Handlungsansätze bleiben relevant und richtig. Die Handlungsansätze tragen dem Umstand Rechnung, dass es sich um mehr als einen Faktor handelt, der für die Entwicklung ursächlich ist. Sowohl Politik, Ärzteschaft, Wirtschaft und die Akteure der beruflichen Vorsorge können neben der Invalidenversicherung und den Taggeldversicherern vieles tun, um den prognostizierten Trends im Bereich der Invalidität entgegenzuwirken, insbesondere durch frühe Unterstützung und Prävention.
Fakten zum Invaliditätsmonitor:
- Datengrundlage: Eidgenössische Invalidenversicherung, Datenpool der PK Rück
- Untersuchungszeitraum: 2012-2025 (BSV, BfS) und 2015 bis 2025 (PK Rück)
- Autoren: PK Rück, c-alm
- Wissenschaftliche Partnerin: c-alm AG
Der Invaliditätsmonitor ist in deutscher Sprache verfasst.
Das Management Summary ist zudem in die französische Sprache übersetzt.
Hier gelangen Sie direkt zum Invaliditätsmonitor 2026 (PDF): Fokus 2. Säule: Invaliditätsmonitor 2026
Beitrag und Invaliditätsstudie 2024: Fokus 2. Säule – Invaliditätsstudie 2024
